Gemäldezuganlage Typ M-40

Radvila Palast Nationalmuseum für Kunst, Vilnius

Im Herzen von Vilnius befindet sich mit dem Radvila-Palast ein bedeutendes Bauwerk der litauischen Kulturgeschichte. Das Anwesen, das im 17. Jahrhundert als Sitz der einflussreichen Adelsfamilie Radvila entstand, kombiniert architektonische Stile der Renaissance mit frühbarocken Elementen. Heute dient der Palast als Teil des Litauischen Nationalmuseums für Kunst und bietet eine Bühne für Ausstellungen mit nationaler wie internationaler Strahlkraft. Dank seiner geschichtsträchtigen Kulisse und der zentralen Lage hat sich der Palast zu einem lebendigen Zentrum kulturellen Austauschs entwickelt.

Ausgangslage: Neue Perspektiven für eine besondere Sammlung
Im Rahmen einer umfassenden musealen Erneuerung plante das Litauische Nationalmuseum für Kunst die Realisierung einer innovativen Dauerausstellung im Radvila-Palast. Im Mittelpunkt stand die Präsentation der umfangreichen Kunstsammlung von Vladimir Tarasov – einem international geschätzten Jazzmusiker und bildenden Künstler. Die Werke, die von rund vierzig Kunstschaffenden stammen, entstanden unter den restriktiven politischen Bedingungen der Sowjetunion, geprägt von Zensur, ideologischer Bevormundung und eingeschränkter Mobilität. Ziel der Ausstellung war es, sowohl inhaltlich als auch räumlich Freiräume zu schaffen, die sich harmonisch in das historische Ensemble einfügen und zugleich individuelle kuratorische Handschriften ermöglichen.

Konzept und Realisierung: Flexibles Ausstellungssystem im historischen Kontext
Für die Umsetzung wurde ein modulares Ausstellungssystem entwickelt, das mit seiner Leichtigkeit und Flexibilität überzeugt. Es basiert auf fünf verschiebbaren Präsentationstafeln, die in eine schwebende Konstruktion aus Glas eingebettet sind. Diese Glaselemente wurden so konzipiert, dass sie einen Meter über dem Boden zu schweben scheinen und problemlos innerhalb des Raumes umplatziert werden können.
Durch dieses mobile Design lässt sich die gesamte Ausstellungsfläche im Handumdrehen umgestalten – Sichtachsen lassen sich öffnen oder bewusst unterbrechen, der Raum gewinnt neue narrative Dimensionen. Eine gestalterische Besonderheit bestand in der präzisen Schrägstellung der Tafeln: Diese geometrisch anspruchsvolle Anordnung erforderte höchste planerische Genauigkeit und handwerkliche Präzision, um eine einheitliche Ausrichtung und strukturelle Stabilität zu garantieren.

Ergebnis: Eine Ausstellung, die sich dem Raum anpasst – und umgekehrt
Das Resultat ist eine Ausstellungslösung, die durch ihre Vielseitigkeit und gestalterische Raffinesse begeistert:

  • Die beweglichen Elemente eröffnen ständig neue Raumerfahrungen und erlauben es, kuratorische Inhalte immer wieder neu zu inszenieren – ideal für wechselnde Kontexte und flexible Nutzung.
  • Die transparente, schwebende Rahmenstruktur verleiht dem System eine besondere Leichtigkeit und schafft eine visuelle Verbindung zwischen Architektur, Kunstwerk und Betrachter.
  • Die angewinkelte Position der Tafeln bringt Dynamik in die Präsentation und fordert zur aktiven Auseinandersetzung mit den Kunstwerken auf.

Insgesamt integriert sich das Ausstellungssystem subtil, aber wirkungsvoll in die historische Architektur des Palastes und verstärkt die künstlerische Aussagekraft der gezeigten Arbeiten.

Baujahr: 2020
System: M-40
Anzahl Gitterauszüge: 5 Stück
Gitterhöhe:  3400 mm
Gitterlänge:  3560 mm
Hängefläche: 126 m2